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 Der Tag in der Sahara

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Der Tag in der Sahara fängt in der Regel vor oder bei Sonnenaufgang an. Wir erfrischen uns bei einer "Miniwäsche". Wasser ist kostbar ! Der Koch macht Feuer und Frühstück (Kaffee, Tee, Milch, Brot Konfitüre, Kekse...). Mit einer Tasse Kaffee in der Hand wird der Blick über die unendliche Weite zum unvergessenen Erlebnis.

 

Die Fahrer/Führer verstauen Gepäck und Matratzen und los geht's. Die Fahrt geht nur langsam voran. Es gibt Strecken, die nur im Schritt-Tempo befahren werden können, z.B. im Gebirge. Andererseits gibt es Strecken, die mit 60 bis 80 km/h bewältigt werden können, z.B. in den Ebenen Taffassasset, Hagbate (Algerien) oder der Ténéré (Niger) auf festem Untergrund. Unterwegs wird immer wieder gestoppt, um zu fotografieren, etwas anzuschauen (Felsgravuren, besonders schöne Dünen etc.) zu gehen, zu entdecken...

 

Mittagspause im Schatten, irgendwie findet sich immer welcher, notfalls schaffen wir ihn. Wer sich nicht ausruhen will, kann verbleibende Kräfte an denen der Wüste messen. Gegessen wird kalt: Salate, Fleisch- und Fisch-Konserven, Obst. Wichtiges Nahrungsmittel während einer langen Reise (Karawane) sind die Datteln. Zusammen mit (Ziegen-) Milch sind sie gesund und nahrhaft und lange haltbar. Bei der Hitze am Tag wäre eine komplette Mahlzeit eine grosse Belastung für den Kreislauf.

 

Dann geht es weiter in Richtung Unendlichkeit. Die Nachmittagsetappe endet rechtzeitig, um in aller Ruhe das Nachtlager vorzubereiten und Spaziergänge in Leere und Stille unternehmen zu können. Hier herrscht eine Stille, die wir von zu Hause gar nicht kennen. Fast bleibt einem die Luft weg, so ergreifend ist diese Stimmung. Die Stunden im Camp zählen zu den Höhepunkten des Tages: Apéritif am Lagerfeuer und warmes Essen (Couscous, Mechoui, Nudeln mit Fleischsauce...)

 

Eine besondere Spezialität ist Taguella: So nennt sich ein Brot und auch das Gericht.

Hier ist die Beschreibung:

 

Für das Brot brauchen wir Mehl, Salz, Wasser und natürlich einen "Ofen":

In einer grossen Schüssel werden die Zutaten zu einem glatten Teig geknetet. Inzwischen ist das Feuer, das wir natürlich zuerst an einem sauberen Sandplatz entfacht hatten, heruntergebrannt und die Holzkohle weiss. Wir schieben die Holzkohle zur Seite. Der Sand unter der Feuerstelle ist heiss genug und wir können den Teig in eine flache Grube legen, etwas Sand darüber und dann die Holzkohle darüber schieben. Von beiden Seiten wird nun das Brot gebacken (einmal wenden). Inzwischen schneiden wir Zwiebeln, Tomaten und Fleisch in kleine Stücke, braten alles an und giessen mit Wasser auf. Damit es eine gute und reichlich Sauce gibt, fügen wir Tomatenmark und wenn vorhanden, weiteres Gemüse hinzu. Alles gut kochen lassen. Während wir warten, nehmen wir die berühmten 3 Gläser....

 

Tuareg - Tee zu uns. Die Zubereitung gleicht einer Zeremonie:

 

In eine Emailkanne gibt man grünen chinesischen Tee und Wasser. Aufkochen lassen. Manche Tuareg verwerfen den ersten Sud, der Gerbsäure enthält. In eine zweite Kanne gibt man Zucker. Der Sud der ersten Kanne wird in die zweite gegeben und zurück. So vermischen sich Tee und Zucker und es bildet sich Schaum, der in die Gläser verteilt wird. Das Kännchen wird noch einmal erhitzt, da der Tee inzwischen abgekühlt ist, anschliessend verteilt man den Tee in die Gläschen. Während das erste getrunken wird, wird die Kanne mit Wasser und etwas Zucker aufgefüllt und wieder erhitzt. Der 2. Aufguss ist nicht so bitter wie der erste. Im dritten Aufguss kocht man Pfefferminze mit, so man welche zur Verfügung hat. Nach dem 3. Glas ist die Teezeremonie beendet. Wird ein viertes Glas angeboten, ist dies eine indirekte Aufforderung, sich demnächst zu verabschieden, ausser die Zeremonie beginnt erneut (mit dem ersten Glas), wenn neuer Besuch eintrifft, oder ähnliches ....

 

So, nun haben wir langen genug gewartet und das Brot ist fertig. Die Holzkohle und der Sand werden zur  Seite geschoben. Das Brot wird mit Wasser gewaschen und dann in kleine Stücke zerteilt. Zum Schluss geben wir die Fleisch-Gemüse-Sauce dazu und fertig ist die Taguella. Hmmm, wie das duftet.... !!!  Alle sitzen im Kreis um die grosse Schüssel und löffeln vom Rand bis zur Mitte hin.

Bis die Nacht reif ist für endlos lange Tuareg-Geschichten. Das letzte vor dem Einschlafen: Sterne, unendlich viele......

 

 Am nächsten Morgen sollten Sie sich umschauen....Viele verschiedene Spuren entdecken Sie, grosse und kleine -  und die Essensreste sind verschwunden. In der Sahara sind viele Tiere nachts aktiv. Wer lange genug wach ist, begegnet evtl. der Wüstenspringmaus, die sich sehr nah an die Schlafsäcke und Decken wagt. Schnell ist die Nudel verschwunden.... Mit einer Tasse heissen Kaffee lässt man den Blick über die unendliche Weite schweifen und ein neuer Tag in der Sahara beginnt.....

 

 

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